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Personen, Ereignisse, Strukturen

Der Zusammenhang von Ereignisgeschichte, Struktur- und erlebter Geschichte steht im Vordergrund des Themenschwerpunktes. Gefragt wird nach den Ursachen und strukturellen Zusammenhängen der "großen" Ereignisse, nach historischen Prozessen und den Kontexten des Handelns von Persönlichkeiten in der Geschichte: "Menschen machen die Geschichte nicht aus freien Stücken - aber sie machen sie selbst."

Solingen

Der Widerstand aus der Solinger Arbeiterbewegung 1933-1945

Nach dem Reichstagsbrand am 27.2.1933 setzte eine umfassende Verhaftungswelle ein. Die Polizeigefängnisse im Stadthaus, in Wald usw. und auch die Gerichtsgefängnisse in Solingen und Ohligs waren schnell überfüllt, sodass ein Teil der Solinger Schutzhäftlinge in die neu entstandenen Konzentrationslager in Wuppertal-Kemna, Brauweiler und im Emsland gebracht wurden.

Die Solinger Linke blieb aber trotz der Verhaftungen und der schockierenden Erfahrungen in den Konzentrationslagern widerständig. In Solingen konnte die illegalisierte KPD im September 1934 noch bei einer beachtlichen Zahl von 512 Mitgliedern Beiträge kassieren. Die Druckerei von Georg Haberer in Solingen-Ohligs in der Fürker Str. 30 versorgte noch in der zweiten Jahreshälfte 1934 die kommunistische Widerstandsbewegung reichsweit mit (illegalen) Druckerzeugnissen. Solinger Akteure wie Paul Claasen, Ernst Bertram und Wilhelm Reeks wurden zu leitenden Funktionären der kommunistischen Widerstandsbewegung im Bergischen Land und waren von 1934 bis 1936 am Wiederaufbau von freien Gewerkschaftsgruppen im Großraum Wuppertal beteiligt.

Neben der KPD hatten sich insbesondere die sogenannten Zwischengruppen SAP, KPO und die trotzkistische „Linke Opposition“ (LO) im Solinger Widerstand engagiert.

1934 schlossen sich mindestens zehn Solinger Sozialdemokraten um Paul Kircheis, Max Richter, Fritz Schäfer und Ernst Gnoß einem illegalen Lesezirkel an, der von dem sozialdemokratischen Netzwerk um die Fahrer der Brotfabrik Germania in Hamborn mit illegaler Literatur versorgt wurde.

Der nationalsozialistische Verfolgungsapparat schlug aber zurück. Zahlreiche Widerstandskämpfer aus Solingen wurden von 1933 bis 1937 verhaftet und von dem Oberlandesgericht (OLG) in Hamm wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt.

Dr. Stephan Stracke ist freier Historiker und Lehrbeauftragter an der Bergischen Universität Wuppertal.

Bitte beachten Sie: Es gelten die Bestimmungen der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW. In Solingen gilt zudem seit dem 26.07.2021 wieder die 3-G-Regel. Auch aus diesem Grunde ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Dr. Stephan Stracke 2.11.21 1* Di: 18:30-20:00 (SG-Mi) Mummstraße 10
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322, Forum
10-5207s@221
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Die Kriminalpolizei und die Verfolgung der Sinti, Roma und Jenischen im Bergischen Land

Auch 76 Jahre nach dem Ende des NS-Regime ist nur wenig über die Verbrechensgeschichte der lokalen Kriminalpolizei bekannt, die Teil des nationalsozialistischen Verfolgungs- und Unterdrückungsapparates war. Im Bergischen Land drangsalierte die Kriminalpolizei unter anderem die Minderheiten der Sinti, Roma und Jenischen, die aus rassistischen Gründen verfolgt wurden.

So organisierte die Kriminalpolizei „Rassenuntersuchungen" und Zwangssterilisationen. Ebenso verhängte sie in großer Zahl Vorbeugungshaft und schickte die Menschen zur Vernichtung durch Arbeit in die Konzentrationslager. Schließlich deportierte die Kripo am 3. März 1943 über 200 Sinti, Roma und Jenische nach Auschwitz. Die wenigsten überlebten.

Dr. Stephan Stracke ist freier Historiker und Lehrbeauftragter an der Bergischen Universität Wuppertal.

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Dr. Stephan Stracke 7.12.21 1* Di: 18:30-20:00 (SG-Mi) Mummstraße 10
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Vor 75 Jahren: Demokratischer Neubeginn unter britischer Kontrolle

Im Februar 1946 begann das Demokratisierungsprogramm der Britischen Militärregierung für ihre Besatzungszone auf kommunaler Ebene. Stadtverordnete wurden entsprechend der vermuteten Wählergunst der politischen Parteien berufen, der Kommunist Albert Müller zum Oberbürgermeister für Solingen ernannt. Gemäß dem britischen Vorbild der neuen Gemeindeverfassung stand neben dem ehrenamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzendem der Stadtverordnetenversammlung ein hauptamtlicher Oberstadtdirektor an der Spitze der Kommunalverwaltung. Für dieses Amt wurde Gerhard Berting im März 1946 gewählt. 17 Jahre leitete er die Geschicke der Solinger Stadtverwaltung. Sein Beitrag zum Wiederaufbau der Klingenstadt kann nicht überschätzt werden. Im Oktober 1946 fanden dann die ersten freien Wahlen auf lokaler Ebene nach dem Ende der NS-Diktatur statt. Zum Oberbürgermeister Solingens wählte die Mehrheit der Stadtverordneten den Christdemokraten Gerhard Hebborn.

Ralf Rogge, der Leiter des Stadtarchivs Solingen, wird sich in seinem Vortrag mit den handelnden Personen, ihren Spielräumen und den Rahmenbedingungen auseinandersetzen.

Bitte beachten Sie: Es gelten die Bestimmungen der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW. In Solingen gilt zudem seit dem 26.07.2021 wieder die 3-G-Regel. Auch aus diesem Grunde ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Ralf Rogge 10.11.21 1* Mi: 18:30-20:00 (SG-Mi) Mummstraße 10
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Wuppertal

Schrecken, Helden, Demokraten

Mit Piraten durch die Weltgeschichte

Piraten gelten bis heute als sonderbar exotische Figuren. Wer an Piraten denkt, der hat vor allem Figuren vor Augen, die im 17. und 18. Jahrhundert aktiv waren, mit Hacken statt Hand, Holzbein und Papagei. Piraten bevölkern Romane, Filme und Serien. Dabei wird oft übersehen, dass die Piraterie ein weltweites Phänomen war, das in der Antike existierte und bis heute vielfach für Probleme sorgt. Gleichzeitig stehen Piraten auch für Freiheit, Mut und Gemeinschaft. Der Vortrag will den Spuren der Geschichte und der Rezeption folgen.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Heiko Schnickmann 30.9.21 1* Do: 19:00-20:30 (W-Elb) Auer Schulstr. 20
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„Warum die Menge ihren Führer liebt?“

Wie Freuds Psychologie den Faschismus und den Populismus erklärt

Warum die Menge einen Führer braucht? Das entschlüsselte Freuds „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ den staunenden Zeitgenossen vor 100 Jahren. 12 Jahre vor Hitlers Machtübernahme skizziert er, wie frustrierte Liebesenergien (hier: verdrängte Wünsche und Leidenschaften) eine populistische Massenbildung sowie einen damit einhergehenden Führerkult hervorbringen. Das Entstehen des Nationalsozialismus und neuer populistischer Bewegungen klären wir auch mit Blich auf die Arbeiten von Le Bon („Psychologie der Massen“), Reich („Massenpsychologie des Faschismus“), Kracauer („Von Caligari zu Hitler“) und Fromm („Anatomie menschlicher Destruktivität“).

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Dr. Torsten Reters 28.10.21 1* Do: 19:00-21:15 (W-Elb) Auer Schulstr. 20
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Ein Shootingstar aus dem Bergischen

Die unglaubliche Karriere des Johannes Rau

Ein junger Mann, Johannes Rau, startet 1957 eine unvergleichliche Karriere: Mit 26 Jahren tritt er in die SPD ein. Ohne Patronage, Seilschaften und „Ochsentour“ durch verschiedene Parteigremien wird er ein Jahr später in den Landtag, im Alter von 31 Jahren in den Vorstand der Landtagsfraktion der SPD gewählt. Fünf Jahre später wird er Fraktionsvorsitzender. Weitere Stationen seiner Karriere: Minister, Landesvorsitzender der SPD, Ministerpräsident von NRW (1978 bis 1998). 1999 wählt ihn die Bundesversammlung zum Bundespräsidenten.

Der Vortrag klärt Hintergründe dieser Karriere, untersucht die Erfolgskonzepte für diesen rasanten Aufstieg. Es wird nach den Netzwerken, die seine Karriere ermöglichten, gefragt, das Verhältnis von Selbstinszenierung und öffentlichem Image untersucht. Auch Rückschläge und Niederlagen werden angesprochen.

Der Eintritt ist frei. Es gilt das Prinzip Pay what you like." (Zahle, was Du magst.)

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Heiner Flues 18.11.21 1* Do: 19:00-20:30 (W-Elb) Auer Schulstr. 20
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Mit der Vergangenheit brechen? Was und warum wir (nicht) aus Krisen lernen.

Politische Runde mit Dr. Joris Steg

Finanzkrise, Klimakrise, Corona-Krise. Das letzte Jahrzehnt war geprägt von krisenhaften Phänomenen mit drastischen Einschnitten in das gesellschaftliche Leben, die Wirtschaft, die Umwelt und unsere Wahrnehmungen. Überkommende Traditionen werden in Frage gestellt oder erbittert verteidigt. Dr. Joris Steg, Soziologe an der Bergischen Universität, untersucht Krisen auf ihr Transformationspotential. Wann führen Krisen zu Veränderungen, zu wirtschaftlichen und politischen Revolutionen, wie sie etwa Friedrich Engels im langen 19. Jahrhundert erlebte (und selber antrieb)? In der Politischen Runde berichtet er von seiner Forschung zu diesem hochaktuellen Thema und debattiert, ob wir aus Krisen lernen und ob wir mit der Vergangenheit brechen müssen.

Hinweis: Informationen zur Teilnahme an dieser Veranstaltung per Videokonferenz (Zoom) finden Sie tagesaktuell im Blog der Politischen Runde: https://politische-runde.de/

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Dr. Joris Steg 8.11.21 1* Mo: 19:30-21:00 (W-Elb) Auer Schulstr. 20
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„Zwischen Kaffeehaus und Pickelhaube!“ – Von der Reichsgründung zum Ersten Weltkrieg

Über Zeitgeist und Bewusstsein zwischen 1871 bis 1914 – Vortrag mit Filmeinspielungen

Nach der Reichsgründung bemüht sich Bismarck zunächst um die Sicherung der erreichten Einheit, ehe unter Wilhelm II. der Kampf um den „Platz an der Sonne“ (Kolonien) begann. Dieser Kampf wurde von Technikgläubigkeit (Auto, Telefon, Flugzeuge etc.), wirtschaftlichem Konkurrenzdenken, rasanter Industrialisierung, Sportbegeisterung, Militarismus und einem übersteigerten Nationalismus (Rassismus) befeuert. Und Im Inneren des Reiches? Da kochte es: Arbeiter, Frauen und nationale Minderheiten kämpften um bessere Lebensbedingungen, Frieden und mehr politische Mitbestimmung. Ihr Aushängeschild, die SPD, wurde 1912 stärkste Partei im Reichstag. Die Größen der Zeit trafen sich in prunkvollen Kaffeehäusern (etwa im Berliner „Café des Westens“), um Neuerungen wie das Kino (1895) oder künstlerische Entwicklungen zu diskutieren. Den einfachen Arbeitern blieb bei ihrer harten 6-Tage-Arbeits-Woche nur die Erholung am Sonntag, während besser gestellte Kreise der Gesellschaft Zeit und Geld für Reisen und Theaterbesuche hatten. Welches Bewusstsein die Menschen zwischen Reichsgründung und Erstem Weltkrieg antrieb, soll verdeutlicht werden.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Dr. Torsten Reters 25.11.21 1* Do: 19:00-21:15 (W-Elb) Auer Schulstr. 20
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Mittelalterliche Globalisierung

Wie Gold aus Afrika Europa modernisierte Wie Gold aus Afrika Europa modernisierte

Globalisierung ist kein neues Phänomen. Globale Kontakte zwischen verschiedenen Erdteilen zum Zweck des Handels sind seit der Antike überliefert. Auch wenn über diese wenig bekannt sind, prägen sie doch Leben und Fortschritt. Das europäische Hochmittelalter war eine Zeit, in der die Geldwirtschaft groß wurde. Der Vortrag möchte

beleuchten, inwieweit diese Entwicklung mit den westafrikanischen Reichen Ghana, Mali und Songhai in Zusammenhang steht und welche Rolle die arabischen Goldhändler dabei spielten.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Heiko Schnickmann 9.12.21 1* Do: 19:00-20:30 (W-Elb) Auer Schulstr. 20
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Paul Watzlawick – Leben und Werk (1921-2007)

Von der misslingenden Kommunikation und den Wegen ins Unglück zwischen Staaten und Menschen

Das Leben des 1921 in Villach geborenen Österreichers Watzlawick hätte fast schon im Oktober 1945 ein jähes Ende gefunden. Im Dienste der Britischen Armee war er als Soldat im besetzen Italien tätig und geriet dort in gefährliche Scharmützel mit Kommunisten. Im Anschluss war er bis 1950 für den Freistadt Triest als Kriminalbeamter tätig. Zeitgleich promovierte er in Venedig über Sprachen zum Dr. phil. In Zürich und Rom machte er zu Beginn der 1950er Jahre seine Ausbildung zum Analytiker. Nach einem Aufenthalt in El Salvador wirkte Watzlawick ab 1960 in Kalifornien am Milton Ericson Institut. In seinen Werken (u.a. „Anleitung zum Unglücklichsein“, „Menschliche Kommunikation“) wandte er sich nicht nur dem psychischen Leiden zu, sondern auch dem Wettrüsten im Kalten Krieg. Mit seinem „konstruktivistischen“ Ansatz versuchte er nicht nur politische Ideologien zu demaskieren, sondern unser aller Kommunikationsprobleme miteinander zu „systemisch“ zu erklären.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Dr. Torsten Reters 16.12.21 1* Do: 19:00-21:15 (W-Elb) Auer Schulstr. 20
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